Der Parallel-Kredit – Eine Form der Zusatzfinanzierung

Nimmt sich ein Kreditnehmer zusätzlich zu einem bestehenden Kredit einen oder mehrere weitere Kredite bei derselben oder Bank oder bei einem anderen Kreditinstitut auf, so spricht man von einem Parallelkredit.

Dabei handelt es sich um eine zweite Finanzierung mit einer eigenen Kreditkontonummer und einer eigenen Rate.  Wenn die Raten im einzelnen Fall (Kredit/Darlehen)höher – und dadurch – für den Kreditnehmer ungünstiger – sind, als wenn man einen Kredit mit dem Gesamtbetrag bedienen würde, empfehlen wir die Zusammenlegung der Schulden.

Warum haben Leute mehr als einen Kredit?

Warum also kommt es überhaupt dazu, dass mehrere Kredite gleichzeitig bestehen? Dies kann vielerlei Ursachen haben,  denn im  täglichen Leben können immer wieder unvorhergesehene Ereignisse eintreffen, welche mitunter auch die Finanzplanung betreffen.

Zum Beispiel kann beim Umbau des Hauses oder der Wohnung zusätzlicher Kapitalbedarf entstehen, weil sich unvorhergesehene Zusatzkosten entwickelt haben. In solchen Fällen ist die „Hausbank“ also das kontoführende Institut, meist die erste Anlaufstelle für zusätzlich benötigtes Kapital. Denn die Hausbank verfügt über einen guten Überblick des Einkommens sowie der laufenden Ausgaben des Kreditnehmers, weil zum Beispiel das Gehaltskonto bei dieser Bank liegt.

Usancen bei Banken und Bankmanagern

Wenn die Bedienbarkeit der Kreditsumme gegeben ist und es sonst keine Faktoren gibt, die einer Kreditgewährung entgegenstehen, wird die Hausbank in der Regel eine positive Entscheidung treffen.   Gab es allerdings in der Vergangenheit Probleme mit der Rückzahlung oder einen negativen  Eintrag bei einem Wirtschaftsauskunftsbüro, so wird das Kreditansuchen möglicherweise auch dann abgelehnt,  wenn das Einkommen ausreicht um die Raten bedienen (zurückzuzahlen).

Die Modalitäten sind hier von Bank zu Bank verschieden und der persönliche Kontakt zum kontoführenden Institut entscheidet in vielen Fällen. Vor einigen Jahrzehnten war die Kreditgewährung meist mit dem Ansehen einer Person verbunden und es wurde sogar als Beleidigung empfunden, wenn eine Bank bei Geschäftskunden um die Bilanzen nachfragte. Die Zeiten haben sich diesbezüglich sicherlich geändert! Der persönliche Eindruck, den der Kunde beim kontoführenden Institut  hinterlässt, zählt aber nach wie vor in einem bestimmten Ausmaß.

In Zeiten der internationalen Bankenabkommen und der persönlichen rechtlichen Verantwortung der Bankmanager kommt es heute jedoch meist auf die Zahlen an.