Inkassoforderungen – und das wirkliche Problem damit!

Unbezahlte Rechnungen und offene Forderungen stellen für Kreditnehmer in mehrfacher Hinsicht ein Problem dar. Zum einen kommen auf Schuldner höhere Kosten zu, wenn eine Forderung oder Rechnung „ins Inkasso“ geht. Denn ein Inkassobüro verlangt für die Betreibung der Forderung Eintreibungskosten, die stets vom Schuldner zu tragen sind. Zum anderen wirken sich  Inkassoforderungen negativ auf die Bonität einer Person aus. Dies kann dazu führen, dass ein Kreditantrag abgelehnt wird oder ein Kredit nur zu ungünstigen Konditionen gewährt wird.

So arbeiten Inkassodienste

Im Unterschied zu Rechtsanwälten, die Forderungen für Ihre Mandanten einfordern und dann klageweise, also übers Gericht, geltend machen, arbeiten Inkassobüros auf Erfolgsbasis. Der Gläubiger beauftragt ein Inkassobüro, welches die Forderung dann für den Schuldner eintreibt.  Für den Gläubiger besteht der Vorteil im beschränkten Kostenrisiko. Denn sind die Schulden nicht einbringlich, bleibt der Gläubiger bei einer Klage vor Gericht nicht nur auf seiner Forderung, sondern zudem noch auf den Kosten der anwaltlichen Vertretung sitzen. Die Gerichtsgebühren sind in Österreich vergleichsweise hoch und die Einbringlichkeit einer Forderung oft nicht garantiert. Daher ist der Weg übers Inkassobüro bei Gläubigern beliebt.

Häufige Forderungen, welche über Inkassodienste geltend gemacht werden, sind Kleinkredite, wie zum Beispiel für die Anschaffung von Haushaltsgeräten, Versandhäusern usw. Dabei führen auch kleine Beträge, die nicht bezahlt wurden zu sogenannten Negativvermerken bei den Kreditauskunfteien. In Österreich zählen der Kreditschutzverband von 1860 sowie die Firma CRIF zu den wichtigen Auskunftsquellen betreffend die Bonität von Kunden.

Negativvermerke spielen dann eine große Rolle, wenn ein Kredit beantragt oder eine Finanzierung benötigt wird. Denn Negativvermerke beim KSV oder der Firma CRIF führen oft zur Ablehnung eines Kreditantrags. Zum Zeitpunkt der Ablehnung hören die Personen, die davon betroffen sind, oft zum ersten Mal, dass ihre Bonität nicht ausreichend für eine Kreditgewährung ist.

Hinzu kommt – und das ist für viele dann eine negative Überraschung  – dass die Negativvermerke auch nach Begleichung der Forderung 5 Jahre lang aufscheinen. Wenn die Forderung beglichen wurde scheint allerdings ein diesbzeüglicher Zusatzvermerk auf.

Inkassoforderungen und die Bonität

Jedem in Österreich steht es zu, sich einmal pro Jahr eine Übersicht über die beim KSV und CRIF gespeicherten Bonitätsdaten zu erkundigen. Die Auskunft ist (einmal im Jahr) kostenlos und muss schriftlich beantragt werden. Die Information wird dann von den Kreditauskunfteien meist innerhalb von 4 Wochen übermittelt. Sind keine Negativvermerke vorhanden, können Sie erst einmal aufatmen.

Wenn allerdings negative Einträge aufscheinen, gilt es, den Kopf nicht in den Sand zu stecken.  Es sollte mit  dem Gläubiger oder dem Inkassobüro eine Lösung gefunden werden.

Wenn die Forderung noch offen ist, kann man versuchen, eine Ratenzahlung zu vereinbaren. Die Raten sollten für Sie aber leistbar sein. Denn wenn Sie mit der Ratenzahlung in Verzug geraten, fallen zusätzliche Spesen und Gebühren an.  Schließlich kann die Forderung auch noch immer eingeklagt werden. Eine zivilrechtliche Verurteilung führt dann zu einem Exekutionstitel gegen den Schuldner, der 30 Jahre lang vollstreckbar ist. Bei Betreibung durch den Gläubiger kann dieser Titel von einem Gerichtsvollzieher auch vollstreckt werden.

Eine gute und auch kostengünstige Lösung ist hier sicherlich, die Schulden mit einem Kredit abzudecken und alle offenen Schulden mit einem  Sofortkredit zusammenzufassen. In vielen Fällen ist dies auch rein finanziell gesehen die beste Lösung.